So geht Inklusion

Oder eine kleine Geschichte über eine wundervolle Schule, die Inklusion einfach lebt

Dieser Tage wird viel über Inklusion geschrieben und gesprochen. Ich möchte euch deshalb einmal erzählen, wie ich auf meiner letzten Schule von der Schulleitung behandelt wurde. Dabei war ich zu dem Zeitpunkt noch gar kein zu inkludierender Schüler.

Ich bin mit meinen Problemen durchaus sehr offen umgegangen. Ich habe von meinen Panikattacken erzählt und das ich ein großes Problem mit Erschöpfung habe. Das die Mitschüler sehr anstrengend für mich sind, mich die soziale Isolation zermürbt und ich auch nicht weiß, wie ich das hin bekommen soll, mal ganz davon ab, dass ich daran auch kein Interesse hatte. Ich erzählte von meinen Schwierigkeiten die Fülle an Informationen zu erfassen, die ich als so unnütz ansehe. Genau so wussten meine Lehrer, dass ich doch ein recht kluges Kerlchen (sry, Mädchen) war, weil ich an mehreren Stellen Intelligenz, Witz und Wortgewandtheit bewies. Zum Beispiel, als ich in Kunst ein weißes Bild abgab. Meine Lehrerin schaute mich entsetzt an und sagte: „Du weißt aber schon, dass das eine 6 ist!“ und ich antwortete: „Ja, das nehme ich in Kauf. Ich habe lediglich meine Inspiration zu Papier gebracht!“ Oder auch, als mein Geschichtslehrer mich ganz pfiffig vor der Klasse bloß stellen wollte, weil ich (was er nicht wusste) gerade ein Buch über Mathematik las, statt fleißig die Tafelbilder abzuschreiben. Er unterbrach mich also mitten in einem spannenden Satz und fragte: „Und BloO? Weißt du das?“ und ich fing an einen 15 minütigen Vortrag über die Frage zu halten, bis er völlig genervt meinte: „Ist ja gut, ich habs verstanden, nur bitte hör auf zu reden!“.

Solche Geschichten habe ich zuhauf erlebt. Dadurch hörte ich von meinen Lehrern immer wieder gerne Sätze wie: „BloO, du bist so intelligent, du bist doch so unglaublich klug. Aber du kannst dich einfach nicht anpassen. Deshalb hast du schlechte Noten. Du stehst dir einfach nur selbst im Weg, lass es doch bleiben! Geh doch mal zu einem Psychiater!“. Ich ging nie!

So brach ich auch irgendwann endgültig zusammen, mein erster großer Zusammenbruch. Fast 6 Monate ging ich nicht zur Schule und ich wurde auch herunter geworfen. Nach 6 Monaten und meinem ersten Besuch auf dem Arbeitsamt, rang ich mich dazu durch, das Gespräch mit meinem Schulleiter zu führen. Und wir unterhielten uns. Über meine Wünsche, meine Hoffnungen, darüber wie ich mich fühlte und was ich konnte und was ich eben auch einfach nicht konnte. Er akzeptierte das bedingungslos und wir handelten gemeinsam Regeln aus, die für mich einhaltbar waren und ihn zufrieden stellten. Ich habe ganz ohne auch nur einmal das Wort Autismus zu sagen (denn ich wusste es ja selbst noch nicht, ich vermute er ahnte etwas, aber wissen konnte er es natürlich nicht), ohne das Wort Behinderung zu nennen, einen Schwerbehindertenausweis zu zeigen oder in irgendeiner Weise rechtliche Kämpfe mit dem Jugendamt führen zu müssen, meine ganz persönliche, perfekt auf mich abgestimmte Inklusion bekommen. Ich bekam jeden Nachteilsausgleich, den ich brauchte. Und die Lehrer, die es nicht akzeptieren wollten, wurden gemacht, dass sie es akzeptierten. Auch da wurde wieder ausgehandelt und ich musste das nicht einmal selbst verhandeln. Mein Schulleiter erledigte das für mich, weil er wusste, das ich darin nicht gut war. Schon gar nicht in Bezug auf die betroffenen Lehrer, weil ich kommunikativ mit einigen einfach nicht zurecht kam.

Ich bin respektvoll behandelt worden. Liebevoll und offen. (Der bloße Gedanke an meinen Schulleiter rührt mich zu Tränen, weil ich ihm so dankbar für alles bin, was er für mich getan hat und das er so bedingungslos an mich glaubte!) Es wurde so gut auf mich eingegangen. Weil ich, O-Ton „ es verdient habe, die Hochschulreife zu erlangen“.

Zum Beispiel durfte ich Emails schreiben, statt im Sekretariat anzurufen. Ich erzählte, das ich mich morgens nicht abmelden würde, weil ich vor dem Telefon säße und es einfach nicht schaffen würde, den Knopf zu drücken. Weil mir das solche Angst machte. Deshalb durfte ich stattdessen eine Email schreiben. Aber das durfte ich nur, solange dass dann auch wirklich klappte! Es klappte natürlich. Emails schreiben kann ich. Ich hatte eine vorgefertigte Mail, die ich einfach nur senden musste. So kamen wir auf einen Nenner. Ich musste nicht telefonieren (was ich wollte), dafür meldete ich mich immer ab (was er wollte).

Es gab ein wöchentliches Treffen in einer Freistunde mit dem stellvertretenden Schulleiter, indem ich berichtete, wie es mir ergeht, wie ich mit der Schule zurecht komme und indem ich meinen Frust loswerden durfte. Er hat mir immer sehr aufmerksam und aufgeschlossen zugehört und mich niemals für das, was ich wahrnahm und was ich empfand, verurteilt. Er versuchte mir seine Perspektive zu erklären und auch ich hörte aufmerksam zu und verurteilte nicht. Diese Gespräche taten mir sehr gut. Ich konnte alles loswerden, was ich nicht verstand (was ich wollte) und dafür war die Schulleitung immer auf dem neuesten Stand, was mein Befinden betraf und reagierte so schnell wie nur möglich, um mir Unannehmlichkeiten aus dem Weg zu räumen, damit ich möglichst viel anwesend bin (was er wollte).

Ich wurde von der Attest-Pflicht befreit. Die Attest-Pflicht bedeutete, dass bei Abwesenheit länger als drei Tage ein Attest vom Arzt vorgezeigt werden musste. Andernfalls wurden die Stunden nicht entschuldigt. Ich wurde davon befreit, weil ich a) gar nicht zum Arzt gehen konnte, in diesen Momenten und ich b) gar kein Geld dafür hatte. Ein Attest kostete 10€ und ich lebte damals von 50€ im Monat. Ich hätte aber 3-5 Attest im Monat benötigt, weil ich wirklich viel und häufig fehlte. In manchen Kursen sogar komplett, da besuchte ich nur die ersten zwei, drei Stunden. Ich wurde also davon befreit, versuchte dafür aber die Fehlstunden so gering wie möglich zu halten und versprach auch, mich dafür eben im Sekretariat immer abzumelden (per Email). Damit wurde mir wirklich sehr geholfen. Ich musste nicht den Arzt besuchen (was ich wollte) und meldete mich immer ab und versuchte die Fehlstunden gering zu halten (was er wollte).

Ich durfte mir einige Kurse aussuchen, weil sie zum Beispiel zeitlich für mich sehr unpassend waren, ich mich mit den Mitschülern sehr schlecht verstand oder nicht mit dem Lehrer zurecht kam. Das funktionierte leider nicht immer, aber in Sport war das zum Beispiel möglich, oder auch in Philosophie. In Philosophie durfte ich dann zum Beispiel immer meinen Kaffee trinken und meine Kekse essen, weil wir die drei Wochenstunden alle hintereinander am Mittwoch-Nachmittag hatten. Ich hatte bis 11.30 Schule und dann eine Pause bis um 14.15. Auch der Sportunterricht war durch den neuen Kurs so gelegt, dass ich ihn besser einhalten konnte und so fehlte ich weniger. Kleine Dinge konnten mich vom Dauerabwesenden zum 1er-Schüler machen.

Zum Ende des Abiturs gab es 4 Lehrer, die mich nicht benoten wollten. Ich durfte Referate halten, um so noch eine 4 zu erhalten. Ich muss dazu sagen, ich halte sehr gerne Referate. Die Bühne, und nichts anderes war das für mich, ist mein Element. Ich fühle mich pudelwohl, wenn ich vor einer Gruppe von Menschen über etwas schwadronieren darf, was ich hochinteressant finde. Meine Mitschüler waren gezwungen, mir beim monologisieren zu zuhören und im Gegensatz dazu versuchte ich, den Monolog witzig, spannend und elegant zu gestalten. Ich gebe gerne Wissen weiter. Wissen ist das einzige, dass sich verdoppelt, wenn man es teilt. Daher war ich auch immer ganz hervorragend in Referaten und habe damit viele gute Noten erzielt. Mein Schulleiter wusste, dass das meine Stärke ist und so arrangierte er dies für mich, damit ich auf diese Weise glänzen konnte. Andernfalls hätte ich wohl mein Abitur nie bekommen und so auch nicht die Chance, überhaupt eine Hochschule besuchen zu dürfen. Das war unser beider Ziel. Denn schön früh sagten viele Lehrer zu mir: „Du gehörst nicht auf ein Gymnasium. Du gehörst schon längst auf eine Hochschule. Du hast hier nichts mehr verloren.“.

Über diese kleinen Dinge, die mein Schulleiter und einige andere Lehrer für mich einfädelten … es gehörten noch viele andere Dinge dazu, wie zum Beispiel das meine Chemielehrerin mir die Aufgabenblätter in den Postkasten warf, wenn ich mal wieder nicht zur Schule konnte und ich so aber dennoch mitmachen konnte … wurde ich erfolgreich in die Schule inkludiert. Mir wurde geholfen, damit ich auf der Regelschule meinen Abschluss machen darf. Ganz ohne Diagnose. Ganz ohne Behinderung. Einfach nur, weil es liebe, nette, respektvolle Menschen waren, denen es um meine persönlichen Stärken ging und mir versuchten bei meinen persönlichen Schwächen über die Hürden hinweg zu helfen. So kann Inklusion aussehen, ganz ohne Etiquette. Einfach nur, weil der Mensch mit seiner Entstehung Würde erlangt und diese gewahrt werden muss. Und hätte ich dieses Etiquette gehabt, dann hätte ich die gleiche Hilfe bekommen und nicht wegen des Etiquettes, sondern weil ich ein Mensch bin.

Ich würde mir wünschen, dass diese Philosophie, die an meiner Schule praktiziert wurde und immer noch wird, an jeder Schule einen Platz finden würde. Das wäre für mich Inklusion. Na klar können wir alle zusammen lernen, aber die gleichen Bedingungen brauchen wir nicht. Wir brauchen unterschiedliche Bedingungen und es gibt Mittel und Wege um sich zu einigen, so dass am Ende alle glücklich sind und das Ziel erreicht werden kann! Es ist viel sinnvoller mit individuellen Regeln zu arbeiten und diese mit den Schülern zu erarbeiten, so dass sie perfekt abgestimmt sind. Rechtlich ist das noch schwierig und genau da sehe ich eben Handlungsbedarf. Wir müssen eine gesetzliche Grundlage schaffen, die den Schülern erlaubt, auf ihre Weise mit dem großen Lebensereignis „Schule“ fertig zu werden. Das ist es, was ich unter Inklusion verstehe! So viel Pech ich auch an vielen Stellen in meinem Leben hatte, so viel Glück hatte ich auch immer wieder. Momente, in denen es einfach perfekt lief, weil Menschen um mich herum, denen ich irgendetwas wert war, dafür kämpften, dass ich meine Grenzen nicht all zu sehr strapazieren muss. Immer noch strapazieren muss, aber nicht auf so krasse Art und Weise, wie ich es gemusst hätte, wären die Menschen nicht existent gewesen.

Mein Mitgefühl gilt an dieser Stelle allen Menschen, die mit ihrer Schule nicht so viel Glück hatten (das exakte Gegenbeispiel musste ich ebenfalls 4 Jahre durchmachen). Es liegt aber nicht an euch. Es liegt an der Philosophie der Schule. Aber es gibt sie. Die Schulen, die inkludieren, ohne einen Beweis dafür sehen zu wollen. Die es einfach machen. Weil es richtig ist! Und ganz nebenbei sowieso den neuesten Kenntnissen der Neurowissenschaften entspricht! Diese Schule war erst die dritte weiterführende Schule, auf die ich ging und ich musste lange nach dieser Schule suchen. Aber! Es hat sich gelohnt! Ich habe einfach nicht aufgegeben. Ich gebe niemals auf!

Advertisements

4 responses to “So geht Inklusion

  • Ismael Kluever

    Wunderbar, wie dir der Schulleiter und zumindest einige der Lehrer entgegengekommen sind!

    Kannst du schildern, wie du dem Schulleiter plausibel machen konntest, dass du spezielle Bedürfnisse hattest und welche das waren? Wie hat er während dieses Gespräches reagiert? Kanntest du zu dieser Zeit deine Bedürfnisse gegenüber der Schule schon so gut, dass du sie konkret äußern konntest oder hast du sie erst gemeinsam mit den Lehrkräften erarbeiten müssen?

    • bloosplanet

      Ich versuche dir einmal eine gute Antwort darauf zu geben!

      Ich habe in der Zeit des ersten großen Zusammenbruchs sehr viel im Internet recherchiert und genau geschaut, wie das alles biochemisch funktioniert. Ich fand es schon immer sehr spannend und erleuchtend, meine körperlichen Reaktionen auf diese Weise zu erklären. Der naturwissenschaftliche Diskurs hat mir einfach schon immer am ehesten gelegen. Ich ging davon aus, und das war es mit Sicherheit auch, dass ich eine Depression habe. Ich habe also sehr genau darauf geachtet, was in mir passiert. So kam es, dass es ich schnell heraus fand, dass ich ein Problem mit meinem Adrenalin habe. Zum Beispiel. Ich konnte natürlich bei weitem nicht so gut erklären, welche Bedürfnisse ich habe, wie ich das heute kann und auch heute ist da noch ganz, ganz viel Luft nach oben! Aber ich habe durchaus gemerkt, an welcher Stelle ich Schwierigkeiten habe. Nämlich das Soziale. Das Gespräch fand nach dem großen Zusammenbruch statt. Wir haben schon relativ lange gesprochen, so aus der Erinnerung heraus würde ich sagen, dass es wohl fast zwei Stunden gewesen wären. Viele Problematiken habe ich schon mitgebracht, bevor ich an dieser Schule war und bereits in dem Gespräch zur Aufnahme an der Schule haben wir über vieles gesprochen gehabt. Allerdings war das da noch nicht so klar. Einiges ist dann in dem Gespäch selbst auch entstanden und ich denke, er konnte das aus viele Antworten meinerseits auch gut heraus lesen. Wir haben zum Beispiel über Berufswünsche gesprochen und darüber kamen wir sehr ausgiebig auf das Thema, dass ich passiv-aggressives Verhalten meiner Mitmenschen als solches nicht erkennen kann und das ich ein Naivitäts-Problem habe. Im Nachhinein denke ich, das auch in diesem Gespräch eigentlich permanent über die klassischen autistischen Schwierigkeiten gesprochen wurde, nur wurden diese eben nicht so explizit genannt. Das großartige war eben für mich, dass dies auch gar nicht nötig war, weil ich als Mensch im Vordergrund stand. Nicht meine Behinderung.
      Um also jetzt zu antworten, ich würde sagen, es war teils teils. Ich habe einiges gut artikulieren können, eben die biochemischen Prozess bezüglich des Adrenalins und auch das ich ein Problem mit saisonalen Depressionen habe, das ich unter starker Erschöpfung leide und warum ich das meines Erachtens nach tue. Ich habe von mir aus berichtet, dass ich enorm unter der gesellschaftlichen Maske leide, das ich mich in der Schule sehr verstellen muss und das ich das als sehr anstrengend empfinde. Auch das ich mir schon solche Mühe gebe und ich es dennoch nicht schaffe, mich zu integrieren und das auch das mir sehr zu schaffen macht. Ich habe berichtet, wie sehr ich unter dem sozialen Ausschluß leide. Das konnte ich in der Phase des Zusammenbruchs alles selbst erarbeiten. Das es kommunikative Schwierigkeiten gibt und das meine Wahrnehmung und meine Vorstellung stark von der „Realität“ abweicht, haben wir auch innerhalb des gemeinsamen Gesprächs heraus gefunden.

      Die Regeln, die dann auch einhaltbar waren, haben wir in einem dynamischen Prozess gemeinsam heraus gefunden. Mein Schulleiter und ich, wir haben die erste Version entwickelt und mit meinem Stufenleiter, wie auch mit dem stellvertretenden Schulleiter, haben wir die Feinjustierung entwickelt. Es war also auch ein bisschen Trial and Error mit drin. Weil natürlich nicht alles sofort passte. Aber auch da war es super, dass wenn ich eine Regel doch nicht einhalten konnte, ich niemals Ärger dafür bekam, sondern immer sofort konstruktiv versucht wurde, eine bessere Regel zu finden. Ich bin von der Schul- und Stufenleitung niemals getadelt worden, für mein Verhalten. Stattdessen haben immer alle daran gearbeitet, dass ich mich möglichst wohl fühle und das wir eben zügig gute Regeln finden, die auch für mich funktionieren.

      Während der Gespräche waren diese drei Menschen, die ja in erster Linie die Administrative darstellten, immer sehr freundlich, offen, respektvoll. Gerade mein Schulleiter war ein sehr weiser Mensch, wie ich finde, der vor allen Dingen zu allererst einmal, sehr interessiert und aufmerksam zugehört hat. Dann gut darüber nachgedacht hat und dann auch ganz offen und ehrlich seine Meinung verkündet hat. Er hat mir genau so offen ins Gesicht gesagt, dass ich mich darauf einstellen soll, das er mir hier an der Schule helfen kann, aber wenn ich da draußen in der Welt unterwegs bin, ist die Wahrscheinlichkeit sehr gering, dass mir jemand hilft. Und ich solle mich unbedingt darum kümmern, das in den Griff zu bekommen. Nicht unbedingt in dem ich mich anpasse, sondern in dem ich meinen Weg finde, mit dem ich gut zurecht komme und ich in der Lage bin, dieses Weg möglichst selbstständig zu finden. Oder zumindest zu wissen, wo ich die Hilfe bekomme, die ich dann benötige, sollte dieser Fall eintreten. Er legte mir immer nahe, ebenso mein Stufenleiter, dass ich dringend einmal den Psychiater aufsuchen sollte, weil er mir wohl sehr weiterhelfen könne.
      Er ist mir gegenüber niemals laut geworden. Niemals hat er ein negatives Wort verloren. Immer hat er versucht das positive zu sehen und damit zu arbeiten.
      Im Gegensatz zu vielen anderen Schülern, mit denen er sich auch sehr angelegt hat. Das muss ich ja mal dazu sagen! In etwa 90% der Schüler hassten ihn, weil er ihnen zu direkt, zu ehrlich, zu offen war und sie sich dann daraufhin sehr blöde benahmen. Damit regten sie ihn auf. Sie hatten alle nie verstanden, was er da alles für sie macht und sie waren undankbar. Ich denke, deswegen kam ich auch gut mit ihm zurecht, weil ich seine offene und direkte Art sehr begrüßte. Ein Mann der klaren Worte, das war er. Einer der sich bis aufs Blut für seine Schule und seine Schüler aufopferte. Die Schule war nicht umsonst eine der modernsten und besten Schulen Nordrhein-Westfalens. Und das obwohl sie in einem sehr sozial-schwachen Stadtteil stand. Nun ja, dennoch hat er jedem geholfen und jedem eine Chance gegeben und sich immer für alle eingesetzt. Wir hatten an unserer Schule eine Abiturquote von um die 99%. Dafür ist die Schule mehrfach ausgezeichnet worden, weil auf jeden Schüler individuell eingegangen wurde. Wer Hilfe benötigte, bekam sie. Sehr arme Schüler wurden durch einen Förderverein unterstützt und die Klassenfahrten wurden dann von den besser betuchten Eltern für die ärmeren Kinder mitgetragen. Solidarität war ein sehr wichtiger Wert an unserer Schule. Auch Büchergeld konnte man bekommen, wenn man sich die Eigenanschaffungen nicht leisten konnte. Dafür haben dann eben andere mehr bezahlt. Wer im Stoff nicht hinterher kam, für den gab es den schuleigenen Nachhilfeunterricht, der von anderen Schülern geleitet wurde. Damit konnten sich die Älteren dann auch noch ein bisschen Taschengeld dazu verdienen, usw usw.

      Was ich sagen will:
      Jeder hat dort eine Chance bekommen. Jedem wurde geholfen. Unabhängig davon, welche Probleme es gab und ob dieser Jemand seine Probleme schildern konnte. Wenn nicht, gab es auch da Möglichkeiten da heran zu kommen und nach und nach wurde dann einfach alles angepasst und soweit es eben ging um die eigentliche Schulsache herum angepasst. Nicht mal selbst musste man darauf aufmerksam machen. Die Lehrerschaft kam von selbst dahinter, weil die allermeisten Lehrer sehr aufmerksam waren und genau beobachteten. Und wenn ihnen etwas auffiel, dann wurde das angesprochen. Und dann wurde gefälligst eine Lösung gefunden!!! Da arbeiteten dann alle mit. Wer als Lehrer diese Motivation und die Eigenschaften nicht mitbrachte, der hatte keine Chance auf eine Stelle an dieser Schule. Die Schule war sehr beliebt, Lehrermangel gab es nie.

      Nun ja, viel Blub =D Ich hoffe, ich konnte deine Fragen beantworten 😉

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: