Der Tag, an dem die Depression begann

Es ist unglaublich, was diese Ausbildung mit mir macht. Was die Menschen in meinem Umfeld mit mir machen. Ich gerate immer wieder in Situationen, in denen mir keine Wahl bleibt, außer mich mit mir selbst auseinander zu setzen. Und das ist gut so. Aber eben auch schmerzhaft. Vor zwei Wochen wurde durch ein bestimmtes Ereignis eine Kette ausgelöst, die nach und nach immer mehr aufdeckt. Die mir zeigt, was eigentlich mit mir passiert ist, damals, als ich depressiv wurde. Eine Reihe von Ereignissen, aus denen ich Schlüsse zog. Es ist gut, dass ich mich jetzt endlich damit beschäftige, um meinen Frieden damit machen zu können, um Ängste abzubauen, Befürchtungen abzubauen und mit etwas entscheidendem, mir wesentlichen umgehen zu lernen.

Ich sehe Dinge, die andere nicht sehen können.

Das ist im Grunde schon alles und es klingt so einfach, wenn ich diesen Satz laut vor mich hin lese. Ich sehe bloß Dinge, die niemand sonst sehen kann. Vielleicht hätte ich nicht vor 2-3 Wochen anfangen dürfen, alle Folgen Supernatural zu gucken, aber irgendwie ist das schon eine sehr schöne Metapher für das, was ich erlebe. Tagtäglich erlebe. Und ich weiß nicht, ob Sam und Dean so cool damit umgehen könnten, wenn sie nicht einmal sich hätten. Sie sehen Dinge, die sonst niemand sehen kann und niemand glaubt daran. Sie führen ein Leben im Untergrund, ständig pleite, weil sie selbst auch gar nicht ignorieren können, dass sie sehen, was sie sehen. Es ist immer wieder Thema in der Serie, dass Jäger aussteigen wollen, normal werden wollen und es einfach nicht können. Ihre Sinne sind so geschärft für die Dinge, die sie sehen können, dass sie immer wieder ihre Aufmerksamkeit auf sich ziehen.

Genau so ist es für mich. Ich kann es nicht ignorieren. Ich kann aus diesem Leben nicht aussteigen und plötzlich ein normales Leben führen. Meine Sinne sind für die Dinge, die ich sehen kann, so geschärft, sie ziehen immer wieder meine Aufmerksamkeit auf sich. Ganz gleich, ob ich einen Roman lese, ob ich gerade eine Aufgabe rechne, im Wald spazieren gehe. Und ganz besonders deutlich wird diese Gabe[Fluch] in dem Moment, wenn ich Kontakt zu anderen Menschen habe. Denn ich sage: Na guck doch da hin, da steht es doch, wieso siehst du denn das nicht? Und sie sehen es eben einfach nicht. Das macht immer wieder dasselbe mit mir. Ich fühle mich schrecklich einsam, denn ich bin Dean ohne Sam, ohne Bobby, ohne Ellen und ohne Jo.

Die schlichte Tatsache, dass ich Dinge sehe, die meine Mitmenschen nicht sehen können, führt also zu einem Gefühl der Einsamkeit, das sich anfühlt, als stieße man mir fest vor den Kopf und ich taumle ein zwei Schritte zurück. Immer wenn ich mich jemandem nah fühle, dauert es nicht mehr lang, dann passiert genau das. Und damit muss ich umgehen lernen. Denn es wird niemals aufhören. Egal was ich tue. Und wenn ich um mich herum niemanden dazu bringen kann, zu sehen, was ich sehe, dann muss ich zumindest lernen, wie ich aus diesem schmerzhaften Gefühl, dass ich mich weg stößt, etwas mache, was weniger schmerzhaft ist und eine Möglichkeit finden, zügig wieder den Schritt nach vorn zu machen. Denn was ich daraus mache, das liegt in meiner Hand. Was andere daraus machen, liegt nicht in meiner Hand.

Ich erinnere mich an den Tag, an dem ich depressiv wurde.

Ich weiß es, als wäre es gestern gewesen. Die Bilder haben sich tief eingebrannt. Ich saß im Bus, auf dem Sitzplatz hinter dem Fahrer, der von einer schwarzen Plastikscheibe von mir abgetrennt war. Ich blickte nach links aus dem Fenster und fuhr gerade durch Duisburg Hochfeld, Richtung Hauptbahnhof, im 24er. Ich schaute auf meine Hände, nach oben auf die schwarze Plastikscheibe und wieder nach links und da hatte sich plötzlich alles verändert. Einfach so. Die Welt war plötzlich ein wenig grauer und ich fühlte mich, als hätte ich etwas losgelassen. Als hätte ich etwas aufgegeben. Ich hab mich oft gefragt, was das war, aber ich konnte nachdenken, so viel ich wollte, es erschloss sich mir nicht. Mir fehlten zu viele Informationen.

Heute glaube ich zu verstehen, was da passiert ist. Dieses wegstoßende Gefühl der Einsamkeit hatte ich schon immer, ich kann mich nicht erinnern, dass es jemals anders gewesen wäre und natürlich habe ich versucht, eine Erklärung dafür zu finden und entsprechend zu handeln. Es sollte doch aufhören. Also versuchte ich viele Dinge.

Bis zu diesem Zeitpunkt in dem Bus, ging ich davon aus, dass was mich unterscheidet, ist die Ideologie. Ich war ein sehr moralischer Mensch und unmoralisches Verhalten, Ungerechtigkeiten, Vorurteile und Ablehnung von Vielfalt hat mich wahnsinnig gemacht. Rasend vor Wut. Das Problem ist, dass ich das extrem fein wahrnehme. Ich sehe Menschen auf einer Ebene, die für kaum jemanden zugänglich ist. Nämlich auf der Ebene der unbewussten Überzeugungen. Und das kann in einem 5000 Worte umfassenden Aufsatz ein einziges Wort sein, in einem bestimmten Zusammenhang, das mir diese Überzeugungen offenbart. Und es ist wahr. Ich sehe das, weil es da ist, nicht weil ich es mir einbilde. Für mich ist das ein sehr plastisches Bild. Es ist da, es ist in meinem Kopf, aber es entspricht nichts, was wir visuell wahrnehmen können.

Die Reaktionen darauf sind fast immer dieselben. Ablehnung, ich werde als Lügner bezeichnet, der sich all dies nur einbildet und überhaupt, das stimmt doch alles gar nicht und in Wirklichkeit ist das alles ganz anders. Und ja, das übergestülpte ist definitiv etwas anderes. Das ist es ja gerade, was in mir eine so enorme Irritation hervor ruft. Da ist etwas verborgenes, im Inneren, dass vollkommen gegensätzlich zum Gesagten steckt, obwohl das Innere vollkommen offensichtlich per Sprache dargelegt wird. Aber egal, darum geht es heute nicht.

Mein Kampf bestand darin, meine Mitmenschen auf diese Dinge hinzuweisen und sie zu bitten, darüber noch einmal nachzudenken. Auf die darauf folgende Ablehnung reagierte ich mit dem Gefühl der Einsamkeit. Ich verstand zwar, dass ihnen das nicht von vorn herein klar war, wie sie da mit sich selbst kollidierten, aber ich verstand nicht im geringsten, wieso sie es als Lüge bezeichneten, wo ich sie doch nur darauf hinweisen wollte. Ich suche diese Dissonanzen bei mir ja genau so, wie bei anderen und mir hat das finden dieser immer unglaublich gut getan, es hat mich glücklich gemacht. Wieso reagierten meine Mitmenschen mit Wut?

Wenn es um Dinge ging, die bei niemandem Leid verursachten, war es mir auch nicht so wichtig. Das waren dann Dinge, mit denen sie sich in erster Linie selbst weh taten und das war für mich dann ein: Na wer nicht will, der muss ja ganz zufrieden damit sein. Wehe aber, es verursachte Leid in anderen Menschen. Dann blieb ich dran und sah es als meine Aufgabe, diesem Menschen klar zu machen, was er seinem Umfeld damit antat. Ich hab mich immer schützend vor die Menschen zu stellen versucht, die zu Unrecht, durch so eine Dissonanz, verletzt und langsam kaputt gemacht wurden. Ich konnte das nicht mit ansehen. Ich hab den Schmerz gefühlt, als wäre er mein eigener. Das konnte ich nicht ertragen, es hat mich wahnsinnig gemacht.

Der Kampf war vergebens.

Es war vollkommen egal, welche rhetorischen Mittel ich anwand, in welcher Weise ich auch versuchte, meinen Mitmenschen diese Dinge mitzuteilen. Das Ergebnis war immer gleich. Am Schluss gingen nur noch alle auf mich los, ich hab mich kräftig unbeliebt damit gemacht. Ich hab Menschen mit Dingen konfrontiert, die sie selbst vielleicht nicht tragen, ertragen, konnten. Dafür wurde ich verantwortlich gemacht und irgendwann sah ich mich nur noch unter Dauerbeschuss. (Vielleicht ein kleiner Funfact: Gezofft habe ich mich vor allen Dingen mit Religions- und Philosophielehrern, selten nämlich gingen diese Ungerechtigkeiten von den Schülern aus, es waren meist die Lehrer, die anfingen und damit die Schüler ermutigten, mitzumachen!)

Also habe ich losgelassen, an diesem Tag. Ich hörte auf, auf meine Intuition zu achten, auf meine Gefühle zu achten. Ich hörte auf, mich dafür zu interessieren, was mit der Welt geschieht. Ich hörte auf zu handeln, denn ich sah ein, dass ich keine Möglichkeit hatte, auch nur irgendwas zu verändern. Alles ertrank in Sinnlosigkeit. Ich verstand nicht mehr, wozu ich das alles sehen soll, wenn ich ja doch niemandem damit helfen kann. Nicht einmal mir selbst. Ich fing an, alles zu ignorieren, was meine Mitmenschen oder mich betraf. Ich ließ los, ich ließ laufen. An diesem Nachmittag, ungefähr drei Wochen vor meinem 18ten Geburtstag. Ich gab einfach auf.

Ich wechselte die Schule, mal wieder. Hier versuchte ich nun also eine andere Taktik. Ich wollte mich anpassen, so gut es eben ging. Unauffällig sein. Als dann im Sportunterricht eine Schülerin eine andere verdrosch, ging es nicht anders. Ich musste einfach eingreifen. Ich konnte nicht anders. Ich musste. Die Lehrerin stand daneben und schaute zu. Ich war fassungslos. Ich war rasend vor Wut, ob dieser unfassbaren Ungerechtigkeit, die hier geschah. Ich sprang als einzige zwischen die beiden, die restlichen Schüler bildeten einen Kreis um sie. Ich drückte die beiden auseinander, packte die Krawallbürste am Handgelenk und verdrehte ihr den Arm auf den Rücken, so wie ich es aus Filmen kannte. Ich war zuvor nie in einer solchen Situation gewesen, ich handelte nur. Ich nahm sie mit, zur Seite und redete auf sie ein. Als sie sich beruhigt hatte, ging ich mit der anderen in den Saniraum, um sie zu versorgen.

Die Reaktion meiner Mitschüler? Ich war der Spielverderber. Ich wurde beschimpft, weil ich diese Gewaltsituation aufgelöst hatte und das Mädchen beschützt hatte, die verprügelt wurde. Und das Spiel ging von vorne los. Das Mädchen wurde nun in Ruhe gelassen, dafür bekam ich jetzt alles ab. Ich ertrug das eineinhalb Jahre, dann fehlte ich plötzlich für 7 Monate in der Schule. Ich hatte einfach keine Kraft mehr, diesen Scheiß jeden verdammten Tag auszuhalten. Sie auf den Mist hinzuweisen, dass hatte ich ja aufgegeben. Ich ertrug einfach nur noch alles, ließ alles über mich ergehen. Aber das war noch schwieriger auszuhalten und schlußendlich hatte ich einen harten Knacks weg.

Ich wiederholte jetzt und kam in eine neue Stufe, die bisher noch nichts von mir gehört hatten und diesmal hielt ich mich einfach von jedem fern. Meine Pausen verbrachte ich mit zwei Mädchen, die ähnliche Erfahrungen gemacht hatten, aber dennoch besser angeschlossen waren, als ich, weil sie ja schon immer in dieser Stufe waren. Ich redete mit niemandem. Ich schaute niemanden an. Ich wusste nicht einmal die Namen dieser Menschen. Ich hatte mich so vollkommen zurück gezogen, ich hielt nur noch durch. Nur noch durch. Und noch ein Tag.

Und das war aber auch nicht richtig. Es dauerte kein halbes Jahr, da ging alles wieder von vorne los. Spätestens da war meine Selbstwirksamkeit in so kleine Teilchen zerbrochen, das nicht mehr zu erkennen war, wie sie mal ausgesehen haben muss. Ich hielt durch, immer mit dem Gedanken: Wenn ich nach Hamburg ziehe und Physik studiere, dann wird alles anders. Die sind dann wie ich, auch Ausgestoßene, Gemobbte und fasziniert von der Funktionsweise der Welt. Mit Menschen wollte ich mich einfach nicht mehr beschäftigen. Physik. Die Lehre der toten Natur. Perfekt! Es musste allen so gehen, wie mir.

Ich fing an zu studieren und es dauerte diesmal keine 2 Monate, da fing schon wieder alles von vorne an. Und ich versuchte es nochmal und nochmal. Immer dasselbe Ergebnis. Das war der Moment, in dem ich gestorben war. Nichts war mehr in mir. Gar nichts. Denn es war offensichtlich vollkommen egal, wie ich mich verhielt, es lief immer auf dasselbe hinaus. Immer. Immer. Immer.

Einsamkeit, die zwanghafte Suche nach jemand nahem und die Hilflosigkeit.

Ich hatte schon darüber geschrieben, dass Einsamkeit für mich mit der zwanghaften Suche verbunden war, jemanden zu finden, der mich versteht und mir hilft. Gefunden habe ich solche Menschen inzwischen, weshalb dieses zwanghafte Suchen ein Ende fand. Weil ich nicht mehr ständig suchen musste, konnte ich endlich meine Selbstwirksamkeit bis zu diesem Punkt aufbauen, an dem ich nun stehe. Auch darüber habe ich geschrieben.

Was jetzt übrig bleibt, ist immer noch die Einsamkeit, die ich auch, oder gerade dann, verspüre, wenn diese Dissonanzen mit mir nahestehenden auftreten. Hilflos fühle ich mich kaum noch, ich weiß in den meisten Situationen, wie ich damit umgehen kann. Ich spüre meine Selbstwirksamkeit und sehe, dass ich etwas verändern kann, weil ich nun nicht mehr die anderen verändern möchte, sondern stattdessen mich verändere, meinen Umgang damit verändere. Gemobbt werde ich auch nach 8 Monaten noch nicht, weshalb ich zuversichtlich bin, dass ich es aus diesem Teufelskreis heraus geschafft habe. Aber die Einsamkeit bleibt. Einsamkeit, die mich vor den Kopf stößt und mit der ich nun umgehen lernen muss.

Ich will nicht mehr mit Rückzug auf Einsamkeit reagieren.

Ich komme inzwischen hervorragend damit zurecht, wenn Bekannte nicht sehen, was ich sehe und ich denke gar nicht mal daran, denen auch nur irgendwas zu sagen. Die hören von mir nur noch, was ich gut finde. Ich komme auch damit zurecht, wenn mir nahestehende nicht sehen, was ich sehe. Womit ich nicht zurecht komme, ist, wenn sie mir damit vor den Kopf stoßen. Mir deutlich zeigen, dass ich anders bin und eine ablehnende Haltung einnehmen. Denn dann kommen die Gefühle von damals wieder hoch. Wie ich ausgeschlossen wurde, gezielt verletzt wurde, verprügelt wurde, angespuckt wurde und in Situationen gedrängt wurde, die ich als lebensbedrohlich empfand. Nur will ich darauf einfach nicht mehr mit Rückzug reagieren. Damit tue ich nur mir selbst weh. Es ist, als haute mir jemand eine rein und anstatt etwas sinnvolles zu tun, hau ich mir selbst noch eine hinterher. Das ist kein adäquater Umgang damit. Das ist Bullshit. Was ich also tun muss, ist eine angenehme Haltung damit zu finden. Mir nahestehende sind mir nicht egal. Und das, was ich sehe, ist keine Einbildung. Weil sie mir nicht egal sind, und wahr ist, was ich sehe, habe ich ein starkes Bedürfnis, dass auch mitzuteilen. Das kann ich ja auch machen. Wenn dann aber die erste Haltung Ablehnung ist, dann muss ich mir klar machen, dass dieses Verhalten seine Gründe hat. Gründe, die nichts mit mir zu tun haben. Es ist nicht schlecht, dass ich sehe, was ich sehe und es ist auch nicht schlecht, mitzuteilen, dass ich sehe, was ich sehe. Aber ich muss akzeptieren, dass das auch ein starker Impact ist, den es dann erst einmal auszuhalten und im nächsten Schritt zu akzeptieren gilt. Und jemand, der gar nicht damit zurecht kommt, da muss ich mir dann eben auch überlegen, welche Konsequenzen ich daraus ziehen möchte und die können im Grunde nicht anders aussehen, als diesen Menschen in die Kategorie Bekannte zu stecken und Distanz zu wahren. Auch das liegt selbstverständlich in meiner Macht. Ich bin lieber allein, als einsam.

Ich möchte dir die Zeit geben, die du brauchst.

Kommt die Person damit zurecht, so alles in allem, dann möchte ich ihr Zeit geben. Wenn ich ihr Zeit geben möchte, muss ich meine Einstellung verändern. Wahrscheinlich muss ich erst einmal erfahren, dass das auch funktioniert. Ich nicht vergebens warte oder gar doch noch Repressalien zu fürchten habe. Die erste Erfahrung, die ich gemacht hatte, war, dass ich als Antwort: „Du könntest Recht haben.“ bekam. Auch daran musste ich mich anfangs erst einmal gewöhnen, bis ich wusste, dass diese Person auf diese Weise reagiert. Im Vorfeld war es ein elendiger Kampf, überhaupt meinen Mund aufzubekommen und es musste auf diese Weise einige Male knallen, bis ich wieder genug Vertrauen zu mir hatte und die Angst sich soweit gelöst hatte, dass ich mir selbst eingestehen konnte, dass ich sehe, was ich sehe. Diese harte Hilflosigkeit und Verzweiflung, die ich früher in diesen Situationen empfand, die gibt es nicht mehr. Und wahrscheinlich habe ich jetzt einfach nur erwartet, dass alle mir nahestehenden so sein werden. Es steht ja aber jeder an einer anderen Stelle. Was ich aber verstehen muss, ist, dass dies kein Angriff auf mich ist. Nicht ich bin damit gemeint. Das war ich nie. Aber der Überbringer der Nachricht ist eben leichter zu lynchen, als der Verursacher. Meistens zumindest. Das, was letztenendes auf mich zurückfällt, ist meine Reaktion auf die Konfrontation damit, und auch an der ist mein Gegenüber ja nicht schuld. Niemand hat daran Schuld. Es ist einfach, wie es ist. Akzeptier ich das doch einfach und versuche mit Gelassenheit zu reagieren, oder?

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2 responses to “Der Tag, an dem die Depression begann

  • Highly Sensitive Person (High Sensation Seeker)

    Hallo 🙂

    Hast du eigentlich schon mal etwas von Hochsensibilität gehört?
    Oder kommt dir folgender Text bekannt vor?
    http://markuswalz.eu/hsp-der-ozean-unter-der-pfuetze/

    Mehr Infos hier:
    https://hochsensibel1753.wordpress.com/links/

    Alles Liebe und Gute Dir,
    Julia

  • Daniel Rehbein

    „Und das kann in einem 5000 Worte umfassenden Aufsatz ein einziges Wort sein, in einem bestimmten Zusammenhang, das mir diese Überzeugungen offenbart.“

    Ich kenne das ähnlich. Nicht von einzelnen Wörtern, aber von logischen Schlußfolgerungen. Was ein Mensch miteinander in Beziehung setzt, was er als Begründung für etwas anders ansieht, was er als Schlußfolgerung darstellt, sagt mir viel über die Denkweise dieses Menschen. Es kann sein, daß ein Mensch lauter richtige (für sich jeweils alleine betrachtet richtige) Sätze sagt, aber die Struktur, in der er seine Aussagen in logische Beziehungen setzt, nicht stimmt.

    Manchmal kritisiere ich auch, daß die Logik nicht stimmt, daß zwar die Aussagen A und B jeweils richtig sind, daß aber nicht A die Begründung für B ist. Das wird mir dann häufig so ausgelegt, als wollte ich der Aussage B widersprechen, dabei ist es die fehlerhafte Logik, die mich stört.

    Und ich habe fast immer den Eindruck, daß ich der einzige bin, den das stört, wenn Menschen Aussagen, denen ich zustimmen kann, logisch falsch miteinander verbinden. Aber dann denke ich, daß das ganz wichtig ist. Denn ich kann Menschen, die Logik nicht verstehen, doch überhaupt nicht trauen. Im Moment mögen sie Aussagen tätigen, mit denen ich einverstanden bin. Aber im nächsten Moment schlußfolgern sie mit ihrer fehlerhaften Logik dann vielleicht Dinge, mit denen ich überhaupt nicht einverstanden bin, die womöglich sogar explizit gegen mich gerichtet sind. Ich kann ja nie sicher sein, was als nächstes kommt.

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