Wiederkehrende Träume

Alles fing an mit einem Traum, einem immer wiederkehrenden Traum. Nie war er wirklich gleich, immer ein wenig anders. Aber es gab fixe Elemente, die immer gleich waren. Zum Beispiel am Anfang, da gab es eine Szene, in der ich in den Himmel schaute und bemerkte, dass sich die Sterne bewegen. Sie bewegten sich nicht nur einfach so, sie taten das nach einem ganz bestimmten Muster, jedes Mal. Und egal wen ich darauf aufmerksam zu machen versuchte, ich wurde nie ernst genommen, was ich sagte wurde klein geredet und so lief ich verzweifelt herum und sprach jeden an, ohne jemals Erfolg zu haben. Es stellte sich dann heraus, dass es sich um Außerirdische handelte, die versuchten, den Planeten unter ihre Gewalt zu bekommen. Alles in Panik, in heller Aufruhr, alle kopflos. Denn die Schiffe hatten Tarntechnik und waren somit nicht zu erkennen. Niemand hörte mir zu, alle rannten und schrien und da war mir klar, ich war die einzige, die etwas tun konnte. Ich suchte also eines der Schiffe und schmuggelte mich an Bord. Ich versuchte die Waffensysteme zu manipulieren, doch auf den Schiffen patroulierten eine Art Zylonen. Die Alten, nicht die neuen. Ich brauchte zu lange, um die Anlagen zu finden. Sie zerstörten den Planeten vollständig und ich hing fest, auf diesem Schiff, als letzte Überlebende.

Diesen Traum hatte ich regelmäßig von meinem 18ten Lebensjahr bis zu meinem 26ten Lebensjahr. Ich wusste mir nicht zu helfen und wurde ihn einfach nicht los. Die Konsequenz dieses Traums war immer dieselbe, ich war 2-3 Tage völlig durch den Wind, hatte panische Angst, weil ich Fiktion und Realität nicht mehr auseinander halten konnte und verließ daher einfach nicht das Haus, bis ich mich wieder beruhigt hatte. So real empfand ich den Traum. Problematisch, wenn man ihn in den besten Zeiten einmal pro Woche hat …

Irgendwann schaute ich Raumschiff Voyager und es kam die Folge, in der die gesamte Crew im Traum gefangen ist und Chakotay über die Technik des luziden Träumens der einzige war, der alle retten konnte. Zu sehr erinnerte es mich an meinen eigenen Traum, also schaute ich die Folge besonders aufmerksam. Und dann schaute ich sie eine Weile später noch einmal und noch einmal. Ich fand die Technik faszinierend. Er setzte sich gezielt Ankerpunkte, mit denen er sich bewusst machen konnte, dass er sich gerade in einem Traum befindet und eben nicht in der Realität. Sein Ankerpunkt war der Mond der Erde, denn sie befanden sich im Gamma-Quadranten und daher war es etwas unmögliches. Sobald er den Mond sah, wurde ihm klar, wo er sich befindet und konnte aktiv anfangen zu handeln. Er kam aus der Reaktion heraus und ging über in die Aktion. Ist das nicht ganz ehrlich faszinierend?

Ich beschloss es ihm gleich zu tun. Ich suchte mir Ankerpunkte und versuchte sie in meine Träume zu setzen. Das gelang mir erst einmal überhaupt nicht. Ich konnte keine Kontrolle ausüben. Ich konnte keine gezielten Ankerpunkte setzen. Als ich eines Tages so darüber nachdachte, fiel mir auf, dass ich doch eigentlich bereits Ankerpunkte habe, nämlich die fixen Elemente des Traums. Ich kenne diese fixen Elemente sehr gut, die variablen Elemente des Traums verwirren allerdings, so wurde es immer etwas anderes, obwohl es immer dasselbe war. Also konzentrierte ich mich auf die fixen Elemente. Zu Beginn habe ich erst nur das letzte fixe Element erfasst, da war der Traum aber schon vorbei. Es brauchte einfach das Vorbeiziehen aller fixen Elemente, bis ich endlich erkennen konnte, dass sie es sind. Ich gab nicht auf und so arbeitete ich mich immer weiter nach vorne, bis ich am ersten fixen Element ankam. Die Sterne. Mal saß ich auf einer Veranda einer Waldhütte, mal am Hamburger Hbf, mal am Strand in der Bretagne. Aber die Sterne waren immer gleich. Und als ich dieses erste Element erkennen konnte, noch nichts passiert war, außer das sich die Sterne veränderten, stand ich in meinem Traum da, schaute in den Himmel, begann zu lächeln, denn ich wusste, dies hier ist nicht real und überlegte seelenruhig, was ich nun tun mag. Ich entschloss mich dazu einfach aufzuwachen. Keine 30 Sekunden später schaute ich auf mein Schlafzimmerfenster, dahinter die dunkle Nacht. Der Wecker zeigte 3.52 Uhr und niemals zuvor fühlte ich mich stärker, als in diesem Augenblick!

Das war der Beginn meiner Entwicklung, denn das war meine Technik, mit der ich endlich vernünftig arbeiten konnte. Das wusste ich genau.

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