Nummer 2

Letzte Nacht habe 11.5h geschlafen. Ich glaube, das zeigt sehr deutlich, wie heftig die ganze letzte Zeit für mich gewesen ist. Die letzten 4-5 Monate waren wirklich die Hölle für mich und ich bin so froh, dass diese Zeit nun wohl endlich zu Ende geht. Ich bin jetzt wieder normal. Was mich letzten Endes so sehr aus der Bahn geworfen hat, weiß ich gar nicht so genau, da muss ich noch viel verarbeiten und nachdenken, bevor ich das beurteilen kann. Wichtig ist ja allerdings auch nur, dass diese Phase vorbei ist und eine neue nun startet. Eine Phase, in der es wieder so läuft, wie ich es haben will.

Alles eine Frage des Körpergefühls

Gerade jetzt, wo ich mich im Anfang befinde, denke ich vor allen Dingen viel über meinen Körper nach. Was ich ihm antue, was er aushält, was ich trainieren muss und vor allen Dingen auch, wie er sich anfühlt. Und da ich in den letzten 4 Monaten gute 6kg zugenommen habe, fühlt er sich vor allen Dingen schwabbelig an. Ich weiß, ich habe immer noch einen guten BMI, schließlich bin ich 170cm groß und 67kg sind immer noch vollkommen in Ordnung. Das Problem ist nur zum Teil die Zahl, die auf der Waage steht. In erster Linie geht es mir tatsächlich darum, dass ich mich wie Pudding fühle. Ich schwabbele, bin unförmig, wabbele so vor mich hin. Die Hosen erzeugen Röllchen. Klar, die meisten Kleidungsstücke, die ich trage, sind immer noch eine 34, durch den Sport wird das meiste meines Gewichts von Muskeln erzeugt und nicht von Fett und Muskeln sind ja schon auch recht schwer. Wie krass das eigentlich ist, sehe ich jeden Samstag bei Shopping Queen, wo die meisten mit meinen Maßen halt auch einfach mal eine 38 tragen. Ich gehe daher auch zunehmend entspannt mit der Zahl auf der Waage um. Nur dieses Schwabbel-Gefühl, das frustriert mich maßlos.

Der Wunsch, mich wieder fest zu fühlen, ist also einer meiner Hauptmotivatoren. Ich muss kein bestimmtes Gewicht erreichen, mir geht es um das ganz subjektive Gefühl, mich fest zu fühlen. Fest und stark und gleichzeitig flexibel und beweglich. Ich habe eine ganz bestimmte Vorstellung davon, wie ich mich in meinem Körper fühlen möchte, wie sich mein Körper anfühlen soll und so lange ich nicht dort bin, so lange bin ich nicht zufrieden. Und tatsächlich habe ich mich das letzte Mal so gefühlt, wie ich mich fühlen möchte, damals, bevor ich anfing zu rauchen. Daher ist das auch eins der Hauptdinge, um die sich wohl alles bei mir dreht.

Das heutigen Training

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Wie ihr sehen könnt, habe ich das zweite Training durchgezogen. Trotz noch immer nicht ganz fit sein, trotz arschkalt, trotz Periode. Ich bin halt einfach mal meinen Rekord gelaufen und bin damit jetzt bei 9km in einer Stunde. Mein Training sieht vor, in 4 Monaten einen Kilometer mehr in der Stunde laufen zu können.

Ihr seht außerdem, dass sich das Layout verändert hat. Beim ersten Training habe ich den Lauf nicht mit meinem Schrittzähler aufgenommen, sondern nur mit dem Smartphone. Mein Schrittzähler und mein Smartphone sind einfach nicht kompatibel zueinander, weshalb das Synchronisieren einfach nicht besonders funktioniert, um nicht zu sagen: Gar nicht. Ich habs dann mit dem Notebook versucht und erst mal wollte das auch einfach nicht funktionieren. Jetzt brauche ich den Schrittzähler allerdings, wenn ich ein Intervalltraining machen möchte und genau das stand heute auf dem Plan. Ich friemelte also herum, so gut ich konnte und siehe da, es klappte und jetzt läuft es besser, als je zuvor. Da bin ich schon mal sehr stolz drauf, ich hab die Technik also heute besiegt.

Das Training war zu Beginn sehr schmerzhaft, was soll ich sagen. Ich hab das Training von Mittwoch noch in den Waden gehabt und nach 13 min laufen musste ich eine winzige Gehpause einlegen. Weitere 5 min später allerdings schienen meine Waden frei gelaufen und dann ging es eigentlich auch. Nachdem ich mich 20 min warm gelaufen hatte, sollte das Intervalltraining starten. 2 min Laufen in einem mittleren Tempo, dann 3 min laufen in einem langsameren Tempo. Und das sollte ich eigentlich 5 mal wiederholen. Allerdings war bereits die dritte Wiederholung so hart für mich, dass ich auf die restlichen zwei Wiederholungen verzichtete, statt sie durchzuziehen, weil da auch noch 20 min auslaufen vor mir lagen. Es hieß also, bis 55 min irgendwie durchhalten. Und das ging auch erstaunlich gut, bis ich dann bei 50 min angelangt war und noch 5 min vor mir lagen. Ich fing an im Takt zu klatschen und mich schreienderweise im Kopf anzufeuern. Los, BloO, auf geht’s, das schaffst du, noch 4 min, du kannst das, zieh durch, nur noch 3.5 min, das kannst du, du bist fit, du bist der Hammer, das kriegst du wirklich hin, gib nochmal alles, geh über deine Grenze, na los, geh drüber, du kannst das! Und die letzten 10 Sekunden habe ich dann sogar tatsächlich herunter gezählt, als wäre Silvester. Bei Null riss ich völlig selbstvergessen die Arme in die Luft und machte Freudenhüpfer. Ich habe mich so unglaublich gut gefühl und so unglaublich fertig!

Wieder zuhause habe ich noch meine Beine komplett durchgedehnt und bin sehr ausgiebig und heiß duschen gegangen. Während ich duschte, dachte ich darüber nach, was ich essen möchte und horchte tief in mich hinein. Es ist toll, dass ich Weizenprodukte etc. schon gar nicht mehr als „echte“ Nahrung wahrnehme und der Körper meinte, Würstchen mit Pilzomelette und Birnenquark zum Nachtisch wäre die richtige Wahl, nach diesem Lauf.

Fazit: Ich bin superstolz, superglücklich, fühle mich deutlich fester (ich bin jetzt schon von 66.9kg auf 65.3kg herunter) und war völlig erstaunt, als ich mich wie selbstverständlich im Edeka wiederfand, um Gemüse und Obst zu kaufen. Ich bin sehr zuversichtlich und es ging mir schon sehr lange nicht mehr so gut, vor allem in einem November. Ich freue mich auf das nächste Training am Mittwoch!

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